Krankenversicherung

Das Krankenversicherungssystem in Deutschland als Teil der sozialen Sicherung der Bürger hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wieder herzustellen oder den Gesundheitszustand zu verbessern. Anders als in vielen europäischen Staaten ist es dual aufgebaut. Es untergliedert sich in die

  • Gesetzliche Krankenversicherung
  • Private Krankenversicherung

In beiden Bereichen ist eine Vielzahl von Unternehmen für die Gesundheitsversorgung der Bürger tätig.

Gesetzlich oder privat?

Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht.

Klar ist zunächst, dass jeder Bundesbürger eine Krankenversicherung haben muss, denn seit April 2007 besteht eine Versicherungspflicht.

In der privaten Krankenversicherung ist bei Wahl des richtigen Tarifs eine wesentlich bessere und individuellere Versorgung möglich.  Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist aber nicht für jeden ohne weiteres möglich.

Insbesondere Angestellte sind oft pflichtversichert. Sie können sich erst dann privat versichern, wenn ihr Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) 3 Jahre in Folge überschreitet.

Zum 01.01.2011 ist vom Gesetzgeber eine Änderung vorgesehen. Danach soll zukünftig wieder ein Wechsel in die private Krankenversicherung nach einmaligem Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze möglich sein.
Auch viele Freiberufler und Selbstständige sind aus unterschiedlichen Gründen als freiwillig Versicherte Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse.

Für alle, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, bietet die private Krankenversicherung durch  Zusatzversicherungen  die Möglichkeit, ihren Versicherungsschutz zu optimieren und die zunehmenden Lücken in der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen.

Einige Unterschiede zwischen privater und gesetzlicher Versicherung

PKVGKV
Versicherte
  • Angestellte und Arbeiter, deren Einkommen über den gesetzlich vorgegebenen Entgeltgrenzen liegt

  • Selbstständige und Freiberufler

  • Beamte und Beamtenanwärter
  • Studenten
Vertragsfreiheit und Wettbewerb
Ausnahme: Annahmezwang und weitgehend einheitliche Leistungen im Basistarif
Versicherte
  • Pflichtmitglieder (Arbeiter und Angestellte unter den gesetzlichen Entgeltgrenzen, Landwirte, Künstler, Studenten etc.)

  • Freiwillige Mitglieder
Annahmezwang und weitgehend einheitliche Leistungen
Beitrag
  • abhängig von Tarif, Eintrittsalter, Geschlecht, Gesundheitszustand bei Abschluss und eventuell Berufsgruppe
  • jeder versicherte Person zahlt einen eigenen Beitrag
Äquivalenzprinzip
Beitrag
  • einkommensabhängig
  • Familienmitglieder können unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert sein
Solidarprinzip
Beitragsanpassung
  • nach Prüfung und Genehmigung durch einen Treuhänder bei Abweichung
  • zwischen tatsächlichen und kalkulierten Leistungsausgaben oder bei Veränderung der Sterbewahrscheinlichkeit
  • nicht bei Gehaltserhöhungen
Beitragsanpassung
  • durch jährliche Änderung der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)
  • durch Änderung des allgemeinen/ermäßigten Beitragssatzes
  • durch Erhebung von Zusatzbeiträgen
    bei jeder Gehaltserhöhung bis zur Beitragsbemessungsgrenze
Beitragssicherung für das Alter
  • Bildung von Alterungsrückstellungen
  • Gesetzlicher Zuschlag in Höhe von 10%
  • Beitragssicherungsbausteine
Anwartschafts-Deckungs-Verfahren
Beitragssicherung für das Alter
  • Keine Bildung von Rückstellungen
Umlageverfahren
Leistungen
  • vielseitige Tarifvarianten für bedarfsgerechten Versicherungsschutz
  • vertraglich garantierter Leistungsumfang
    über das gesetzliche Maß hinaus möglich
  • individuell vereinbar
Kostenerstattungs-Prinzip
Leistungen
  • vom Gesetzgeber vorgegeben
  • weitgehend einheitlich
  • vorgeschriebene Zuzahlungen
  • Änderung durch Gesetzgeber jederzeit möglich
Sachleistungs-Prinzip
Wartezeiten
  • Vorversicherungszeiten in der GKV oder einer anderen PKV werden auf Wartezeiten angerechnet
  • Wartezeiterlass mit ärztlichem Attest möglich
  • häufig keine Wartezeit bei Unfällen
  • Nachversicherung von Neugeborenen ohne Wartezeit möglich
Wartezeiten
  • keine

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